Episode
6

Ihr Restaurant eröffnen, führen & expandieren

Watch extracts

51% Of Your Success Depends On THIS Factor

The Truth About Top 50 Lists & Michelin Guides

Why Kitchen Culture Matters

What Makes Restaurants Successful (& Why Tech Matters)

Launching Successful Restaurant Concepts

Expanding Your Restaurant Business (When & How)

Guest & host

Jean-Philippe Serhal
/
Sr. Marketing Manager
/
Supy

Riad Abou Lteif
/
Owner/GM
/
O.C.R.A sarl

Folge-Zusammenfassung

Riad Abou Lteif – Architekt, der zum Koch, Investor und Betreiber wurde (Inhaber von OCRA; Geschäftsführender Partner bei Grit Hospitality; verantwortlich für Tahini, Wise Guys und Moonshine in Beirut & Dubai) – vertritt die Ansicht, dass großartige Restaurants mit einer Philosophie beginnen („cuisine de lieu“: Küche des Ortes) und mit Disziplin aufgebaut werden: rigorose Forschung & Entwicklung, ehrliche Kalkulation, Speisekartenoptimierung und ein replizierbares Betriebssystem. Er unterscheidet das Handwerk (Rezepte, Ausbeuten, Schwundkontrolle, 90%-Konsistenz) vom Geschäft (Standort, Passantenfrequenz, Tageszeit-Strategie, Risiko, datengestützte Expansion) und betont, dass die Unternehmenskultur das eigentliche Alleinstellungsmerkmal ist: eine klare Brigade, Verantwortlichkeit und menschliche Führung, die Talente bindet. Technologie zeigt die Warnsignale auf (Schwund, Abweichung), doch das Urteilsvermögen behebt sie. Die Expansion folgt Nachfrage und Daten (Wise Guys DIFC → Dubai Hills), nicht Eitelkeit oder Trends; „unreasonable hospitality“ schafft Momente, an die sich Gäste mehr erinnern als an Auszeichnungen – Listen sind Marketinginstrumente, oft politisch motiviert, und sollten niemals über das Urteil des Gastes gestellt werden. Fazit: Kochen Sie aus Ihrer Umgebung heraus, messen Sie, was wichtig ist, bauen Sie übertragbare Teams und Systeme auf, und lassen Sie Großzügigkeit und Disziplin sich entfalten.

Erkenntnisse aus der Folge

Vom Architekten zum Koch-Betreiber-Investor

Riads Wechsel war keine Laune, sondern Identität. Er absolvierte Praktika in Küchen (UK/USA), studierte intensiv (Bücher, Theorie) und erarbeitete sich seinen Ruf durch Praxis. Die Architektur wurde zum Werkzeugkasten (Systemdenken, Komposition), den er nun auf Küchen, Speisekarten und Marken anwendet.

Wie er das Handwerk erlernte: Theorie, dann Tausende von Wiederholungen

Kochschule hin oder her – die Reihenfolge zählt: Theorie lernen (Technik, Geschichte, Terroir) → bis zur Perfektion üben → täglich weiterlernen. Fähigkeiten wachsen durch Wiederholung, Reflexion und Feedbackschleifen.

„Cuisine de lieu“: eine Philosophie des Ortes

Riad widersetzt sich einem festen „Label“. Er kocht kontextuell: Zutaten, Kultur und Umgebung bestimmen die Speisekarte. Farm-to-Table ist kein Slogan; es bedeutet ehrliche Beschaffung, großartigen Produkten zu erlauben, für sich zu sprechen, und Beziehungen zu Erzeugern aufzubauen.

Koch vs. Unternehmer: zwei unterschiedliche Kompetenzfelder

  • Koch: Rezeptdisziplin, Ausbeuten, Schwundkontrolle, Kalkulation, konsistente Ausführung (er strebt nach „perfekt unvollkommener“ ~90%-Konsistenz, nicht nach gleichförmiger Qualität wie bei Ketten).
  • Unternehmer: Marktanalyse, Standort- & Passantenlogik, Tageszeit-Monetarisierung, Risiko, Kapital, Positionierung, Marke und Marketing.

Die Hausaufgaben: vor und nach der Eröffnung

  • Vor der Eröffnung: Standortdemografie, Öffnungszeiten und Schichten, Konzepteignung, klare Alleinstellungsmerkmale, Logik der Preise, Teamstruktur, Marken- & Innenausstattungskohärenz.
  • Nach der Eröffnung: Kunden-Feedbackschleifen, Marketing-Kadenz, kontinuierliche Speisekartenoptimierung, wöchentliche Zahlen (Umsatz, Wareneinsatz in Echtzeit, Lohnkosten, Liquidität).

F&E, Feedback und Ego-Kontrolle

F&E ist nicht verhandelbar. Prototypen entwickeln, testen, Feedback einholen (Partner, Gäste) und anpassen. Das Ego zurückstellen; Gericht, Daten und Gästereaktionen entscheiden lassen.

Speisekartenoptimierung in der Praxis

Jedes Gericht bekommt seine Kalkulation: Gramm, Ausbeuten, Rohkosten → Preis bei Zielmarge. Einige publikumswirksame „Zugpferde“ sind akzeptabel, wenn sie Nachfrage ankurbeln, aber sie sollten mit Starpositionen ausgewogen sein, damit die Gesamtspeisekarte rentabel ist.

Schwund, Ausbeuten und Systeme: die Leckagen stopfen

Ausbeuten kennen (z. B. starker Trimm + hohe Kochverluste bei Brisket), Verderb versus nutzbare Nebenprodukte verfolgen und Systeme (Kassensystem/Warenwirtschaft) nutzen, um Abweichungen frühzeitig zu erkennen. Berichte lösen keine Probleme – das tun Köche, mit Prozesskorrekturen und Schulungen.

Unternehmenskultur als Alleinstellungsmerkmal: Brigade + Menschlichkeit

Struktur kommt aus der klassischen Brigade (klare Rollen; Sectionsleiter; Sous-/Küchen-/Küchendirektor). Mitarbeiterbindung entsteht durch Charakter, Ehrlichkeit, Loyalität – und eine Führung, die Menschen wie Menschen behandelt (z. B. einen Pizzaiolo dringend nach Hause zu schicken, damit er seinen kranken Vater besuchen kann). Küchen sind intensiv; Unternehmenskultur erhält hohe Standards, ohne Menschen zu erschöpfen.

Unreasonable Hospitality

Kleine, persönliche Momente stärken die Kundenbindung (eine handgeschriebene Karte zum Meilenstein eines Gastes; ein Gericht außerhalb der Speisekarte zubereiten, um ein Versprechen einzuhalten). Aufrichtig gelebte Großzügigkeit wird jahrelang in Erinnerung behalten.

Wann und wohin expandieren

Expandieren, wenn die Nachfrage die Prognosen übersteigt und das Modell trägt. Daten nutzen (Plattform-Demografie, Tageszeit-Muster), um Standorte auszuwählen, die zum Konzept passen. Wise Guys bewährte sich im DIFC, bevor es ins Dubai Hills Business Park zog – dem Charakter der Marke treu bleibend, statt Einkaufszentrumsfrequenz um ihrer selbst willen zu verfolgen.

Auszeichnungen & „Best 50“: nützlich, aber nicht das Ziel

Listen steigern die Bekanntheit – aber sie sind unvollkommen, manchmal politisch motiviert und sollten das Erlebnis des Gastes nicht übertrumpfen. Für Stammgäste aufbauen, die zweimal pro Woche kommen, nicht nur für eine jährliche Schlagzeile.

Die finale Philosophie des Kochs: essen, was in der Nähe wächst

Großartiger Geschmack beginnt im Boden: Mikrobiome, Landwirtschaft und Jahreszeiten. Der Koch ist ein Botschafter der Zutaten. Etiketten lesen, Nähe bevorzugen, vereinfachen und der Natur erlauben, das Gericht zu bestimmen.

Erkenntnisse für Betreiber

  • Das Konzept in einer klaren Philosophie des Ortes verankern.
  • Die Hausaufgaben erledigen: F&E, Kalkulation, Ausbeuten und wöchentliche Zahlen.
  • Eine menschliche, verantwortungsvolle Brigade aufbauen und kontinuierlich schulen.
  • Technologie nutzen, um Probleme früh zu erkennen; sie mit Prozessen und Menschen beheben.
  • Nur expandieren, wenn Nachfrage, Daten und Systeme die Bereitschaft signalisieren.
  • Die Erinnerung des Gastes dem Beifall der Branche vorziehen.

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