Alles über Catering, mit Elias Kandalaft

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Zusammenfassung der Episode
Elias Kandalaft – Koch, ausgebildeter Marketingfachmann und Partner bei Pinch Gourmet – beschreibt seinen Weg von Universitätssälen zu „Yes, we can“-Gartenhochzeiten, die sich zu einem preisgekrönten Catering-Unternehmen im Nahen Osten entwickelt haben. Er erlernte die Disziplin der Küche auf die harte Tour (Millimeter-Schnitte, null Kompromisse), baute Pinch dann organisch auf: Ein privates Event führte zum nächsten, Investoren folgten, und eine Zentralküche mit effizienten Systemen entstand. Catering ist seiner Meinung nach in erster Linie Logistik: Ortsbegehungen, Strom, Transport, Temperaturkontrolle, Checklisten und die Anpassung der Menüs an das Gästeprofil und den Veranstaltungsort. Finanziell entwickelte er sich vom reinen Koch-Enthusiasten (und hohem Wareneinsatz) zur Unternehmer-Disziplin: Inventursysteme, Abfallverfolgung, Markenstandards und die Verwertung von Abschnitten. Die Unternehmenskultur verbindet alles – Gaumen schulen, das Team gut versorgen, hohe Standards halten und auf die F&B-Community setzen. Marketing läuft größtenteils über Mundpropaganda, Reputation, Auszeichnungen und SEO; die Differenzierung kommt von der Küche von Grund auf, Fermentation und kontinuierlicher F&E. Fazit: Ja sagen, die Logistik lösen, das Menü auf die Gäste abstimmen und durch Konsequenz und Sorgfalt eine Marke aufbauen.
Erkenntnisse aus der Episode
Die Ursprungsgeschichte: vom Marketingstudenten zum Koch-Unternehmer
- Ein Professor („Doctor Chocolate“) drängte Elias dazu, kochen zu lernen, um die F&B-Branche wirklich zu verstehen.
- Die Kochschule brachte Disziplin und Demut; professionelle Küchen brachten die Realität – lange Stunden, diverse Teams, hohe Standards, Teamarbeit.
Warum Catering (nicht Restaurants): „Wir haben Ja gesagt“
- Eine Gartenfeier mit 100 Gästen, kurzfristig angenommen, wurde zum Start von Pinch.
- Frühe Events waren rein organisches Wachstum: für Familie kochen → ein Gast bucht Sie → wiederholen.
Catering ist zuerst Logistik
- Ortsbegehungen: Raum, Gästefluss, Büfett-/Kochstation-Platzierung, Tanz- und Entertainmentfenster kartieren.
- Strom & Ausstattung: verfügbare Elektrizität prüfen; bei Bedarf Generatoren organisieren; Kabel, Tische, Öfen, Kühlung einplanen.
- Transport & Temperatur: Zubereitung in der Zentralküche → gekühlte Fahrzeuge und isolierte Cambros; wenn möglich vor Ort kochen.
- Lebensmittelsicherheit: Temperaturen der Lieferanten-Lkws prüfen; Kühlwaren bei >5 °C ablehnen; Gemüse desinfizieren; Fleischzubereitung trennen.
- Checklisten: Standard-Mitnahmelisten (Handschuhe, Tücher, Bretter, Messer) plus eventspezifische Ergänzungen auf Basis von Fotos und Layouts.
Menügestaltung, die wirklich zum Event passt
- Mit Proteinen & Diäten beginnen (Hühnchen, Fisch, Rind, vegetarisch/vegan), um alle Gäste abzudecken.
- Den Ablaufplan konzipieren: Canamés beim Empfang (1–2 Std., ~4 Snackarten), Servicefenster für das Abendessen (z. B. 8–9:30 Uhr), dann das Büfett schließen.
- Live-Stationen vs. Büfett vs. Grazing je nach Raum, Strom und Gasterlebnis.
- Gästeprofiling zur Abfallreduzierung: Alter, „Esser vs. Trinker“, gesundheitsbewusst vs. genussorientiert; bei gesundheitsbewussten Gästen über 35+ von Pizza abraten; stattdessen Fisch, Risotto, Salzkruste-Stationen, Steak etc. anbieten.
- Aromen personalisieren (z. B. saure/säurehaltige Noten), aber auf den Mehrheitsgeschmack kalibrieren.
Inventur, Abfall und Wareneinsatz-Disziplin
- Entwicklung von manuellen Bestellungen pro Event zu einem systemgesteuerten Inventar, das benötigte Inputs signalisiert, sobald eine Station gebucht wird.
- Verbrauch vs. Umsatz verfolgen, um Anomalien aufzudecken (Überbestellung, Verderb, Abschnitt-Verluste).
- Überschüsse verwerten: Fett für Burgermischungen oder zum Ausrendern; Gemüseabschnitte für Fonds und Suppen.
- Markenstandards sind entscheidend: Eine Zutat ändern (z. B. Ketchup) kann eine Signatur-Sauce zerstören; günstiger ist nicht günstiger, wenn es das Produkt mindert.
- Das Team gut versorgen und Gaumen schulen – Qualitätsbewusstsein beginnt intern.
Kultur & Training
- Hunger und Einstellung als Einstellungskriterien; intern aufbauen (Spüler → leitender Event-Koch).
- Praxisnahes Coaching schult das Geschmacksgedächtnis (würzen, abschmecken, anpassen) und sorgt für Konsistenz.
- Menschen für Qualität verantwortlich machen und gleichzeitig Fürsorge zeigen; der Standard bleibt hoch.
Differenzierung & F&E
- Von-Grund-auf-Ethos (Fonds statt Brühwürfel, Sauerteig, Fermentation, Kimchi, hausgemachte Pickles).
- Wöchentliche Experimente führen zu neuen Gerichten/Stationen (und manchmal zu amüsanten Sackgassen).
- Qualität ist nicht verhandelbar; innovieren, ohne die Marke zu verwässern.
Community und Zusammenarbeit
- Um Hilfe bitten, Konzepte teilen, Wettbewerber loben – F&B ist schwierig; ein unterstützendes Ökosystem hebt alle.
Marketing, das im Catering funktioniert
- Mundpropaganda und Reputation/Auszeichnungen schaffen Vertrauen.
- SEO/Google Ads auf echte Suchanfragen ausgerichtet (z. B. „bestes privates Home Catering Dubai“) konvertieren Browsersuchen in Buchungen.
- Social Proof (Fotos/Video) hilft, aber Betrieb und Empfehlungen sind das Schwergewicht.
Wenn ich neu anfangen würde: drei Notizen an mich selbst
- Nicht zu hart mit sich sein – es gibt immer einen anderen Weg um ein Hindernis.
- Sie sind kein Einzelkämpfer – setzen Sie früh auf Menschen.
- Standards halten, aber Leidenschaft mit den Zahlen in Einklang bringen.
Signature-Empfehlung
- Ganzes Lamm am Spieß – zitronig, gewürzt und eine unverwechselbare Crowd-Favorite-Station.

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